Blogger, Ruhm und mein Skandal der Woche

22:53
Dieser Artikel bezieht sich direkt auf DIESEN Artikel von Larissa, die über den "Ruf" der Blogger  schrieb.

Zunächst zählte sie Typen wie "freundlich und natürlich" oder "professionell und hilfreich" auf. Bei dieser Typisierung bekomme ich schon Schwierigkeiten, denn ich will keinen Blogger in eine Schublade stecken. Zum einem also das Problem, dass ich jedem seine Individualität lassen möchte. Zum anderen aber auch, dass es doch völlig verschiedene Blogtypen gibt. 
Ein Fashion Blog zum Beispiel wird mehr oder weniger auch die Trägerin der Kleidung in Szene setzen, während ein Beauty Blog sowohl die Trägerin bezaubender AMUs und fantasiereicher Makeups inszenieren kann als auch sich nur um die Produkten und deren Testberichte gehen. 
Ein Food Blog hingegen konzentriert sich auch meist auf die Materie der Rezepte und anschaulichen Präsentation. 
Und wie ihr wisst, kann ich mit dem Begriff Lifestyle Blog nichts anfangen. Das geschah aus dem einfachen Grund, dass ich 2010 auf meinem damaligen Blog von einer kleinen anderen Bloggerin öffentlich mehrfach angeschnauzt wurde, ich verdiene den Namen Beauty Blog nicht, da ich auch über meinen umzug nach Göttingen und mein Studium berichtete. Kaum ein Jahr später und bis heute hat die damalige Bauty Bloggerin ihren Blog schlichtweg in "lifestyle" Blog ungetauft und präsentiert da - natürlich nur meiner subjektiven Meinung nach - extrem fade Inhalte. Da sie schon allergisch auf Rechtschreibfehlerhinweise reagiert und auch nicht einen Kommentar wie "Hi Süße, ich glaube, du hast versehentlich eine falsche Überschrift gewählt. Das Produkt heißt xyz und nicht abc. Kann ja mal passieren." löscht und ziemlich heftige Mails an den Absender (sprich: mich) schreibt, habe ich sie einfach mal entabonniert. Ich meine, wenn ich mittelmäßig geschriebene Artikel ohne Sinn und Verstand will, kann ich auch ein Boulevardmagazin lesen.

Was ich eigentlich damit sagen will: Wie eine Bloggerin rüberkommt, hängt auch sehr davon ab, welche inhalte sie mit ihrem Blog vermittelt. ich persönlich stehe nicht so auf egomanische Blogger, für mich ist die Thematik Essen/Beauty/wat auch immer wichtiger. Fashion Blogs lese ich inzwischen kaum mehr - wahrscheinlich aufgrund meines Kleidungsfasten Projekts. 
Und jemand, der sich bewusst in Videos oder auf Fotos hier im Internet zeigt, inszeniert sich automatisch und ist somit gar nicht "natürlich" (außer er wird heimlich gefilmt). Und - auch, wenn es wehtut - Blogger, die nicht hilfreich oder zumindest nicht ein wenig unterhaltsam bloggen, sind schlichtweg nicht lesenswert.

Aber zurück zum Thema Skandal-Bloggerinnen fällt mir auch nicht viel ein ... Den einzigen Blogger, den ich kenne, der wirklich provoziert ist unbekannterweise GuruTicker. Sonst die Bloggerszene doch auch eher Tackatuckaland. Und Youtube ist ebenso nur von wenigen Sponsoring-Streitereien erschüttert worden. Aber unter einen Skandal verstehe ich schon mehr als ein paar plapsige Phrasen.
Ich meine, wer eckt denn mal nicht an? Hier ist mein kleiner Skandal der Woche:
Gerade erst vor einigen Tagen hat eine kleine Bloggerin mich ziemlich verständnislos angezickt (und wollte sich auch nicht mit mir vertragen, obwohl ich eine Versöhnung angeboten habe), weil ich seit Jahresbeginn bereits 6,5 Kilo abgenommen habe - nur durch Yoga, viel Bewegung und ganz ohne Diät und daraufhin bei Twitter schrieb, dass ich nicht verstehen kann, warum Leute Eiweißpulver in sich reinschütten, wenn es auch gesunde Alternativen wie eine handvoll Nüsse nach dem Sport gibt. Denn ja, jeder darf natürlich nur noch von Eiweißshakes und protein pancakes leben, aber ich persönlich mache diesen Ernährungstrend nicht mit. Nach einer schweren Krankheit 2014 bin ich ehrlich gesagt ganz froh, nach vielen Monaten endlich wieder normal essen zu können und ich möchte LEBENSmittel essen, nicht irgendwelche Pulver, die sich so lebendig anfühlen als würde ich Legosteine essen. Ich persönlich denke auch nicht, dass zu viel Vitamine, zu viel Eiweiß oder zu viel anderes Zeug gut ist, da alles, was der Körper nicht verwerten kann, durch die Nieren muss, die so mehr arbeiten müssen und wieder ausgeschieden wird.
Der Gipfel und für mich höchst beleidigend war aber, dass mir als Veganerin vorgeworfen wurde, dass ich so eine "Fleisch ist böse"-Attitüde hätte. Ohne so etwas geäußert zu haben. Ich meine, das ist Verleugnung, wenn ich in etwa schreibe, dass ich denke, dass ich als Veganerin auch genug Eiweiß auf natürlichen Wege bekomme und mir daraufhin von einer Abnehmbloggerin angedichtet wird, ich hätte mich dermaßen intolerant geäußerst.

Ich habe keinerlei Ahnung, ob ich einen Stempel habe wie Larissa mit Promi Parties und Tokio Hotel (womit ich sie im Übrigen nicht verbinde). Wenn, dann wohl, dass ich meine Meinung frei äußere und andere darin böswilliges reininterpretieren. Fräulein Flauschig hatte da mal vor Jahren irgendetwas gemeint, als ich auf Facebook schrieb, dass zum Thema Kindsmissbrauch "Die Opfer völlig außer Acht gelassen werden". Tja, das ist das Problem am Internet - die Menschen hinterfragen nicht und fragen nicht mehr: "Wie meinst du das?" - Sie beleidigen direkt drauf los.

Aber im Grunde denke ich nicht, dass ich als IHanakoI einen skandalösen Ruf hatte.
Dass Hana sterben musste, hatte ganz private Gründe. Ich verbinde eigentlich eine schöne Zeit und Phase meines Lebens mit "Blumen im Nirgendwo", aber irgendwann ab 2012/2013 stand meine kleine Welt in Flammen, es wurde still um mich und ich musste Schlussstriche setzen. 2014 ist ein Thema, über das ich ungern rede. Es endete viel in dieser Zeit und es begann viel neues. Und zum Glück habe ich auch in dieser ganzen Umbruchsphase  viele wichtige Erfahrungen gesammelt. Offline hat es sich ganz gut gelebt. Da bin ich wirklich gewachsen und habe meine Sicht auf vieles verändert. Inzwischen ist mir vieles scheißegal, was mich vor 1-2 Jahren noch aufgeregt hätte. Ebenso, wenn andere wieder Dinge in meine Äußerungen reininterpretieren. Und nö, ich schneide meine Videos auch nicht mehr so häufig. Viel lieber lege ich Wert in meine Blogposts, denn das geschriebene Wort ist weiterhin meine Stärke. Wenn ich schreibe, traue ich mich Dinge zu sagen, die ich wohl in einem Video nie sagen würde.

Früher war das anders, da haben plumpe Kommentare mich verletzt. Aber wenn du innerhalb 2 Jahre als Kellnerin 2x Anzeige erstatten musst und siehst und hörst und fühlst, was in der Gastronomie oder in der Aushilfsjobwelt da draußen abgeht, dann härtest du ab.

Und bei meinem Blog oder meinen Videos möchte ich gar nicht im Mittelpunkt stehen, ich will mich nicht vermarkten und sagen "Hey, guckt alle hier. Hier bin ich, ich bin so toll, weil ich 5 kilo abgenommen habe und ich bin so bemitleidenswert, weil mir Ende 2013 Folgendes passiert ist ..." Nö, es soll um Themen und um Produkte und um Feedback gehen.
Wenn ich also sage: "Eiweißpulver ist Bullshit." und jemand antwortet: "Nö, das finde ich nicht, weil ..." und die Diskussion oberhalb der Gürtellinie bleibt, dann ist doch alles super. So sollte Bloggen und Soziale Interaktion sein! Diskussionen, Meinungsaustausch und konstruktives von einander lernen durch zuhören. Eben auf einer Augenhöhe mit seinen Lesern oder Zuschauern und eben nicht ein Herabblicken auf andere.

Letztendlich finde ich nämlich Kommentare auf emotionaler Ebene zu sehen wirklich schwierig. Ich finde es echt süß, wenn Larissa schreibt, dass sie findet, dass "jeder einzelne liebe Kommentar [...] [ihr] wirklich Gold wert" ist. Aber ich glaube, ich würde mich gar nicht emotional, also so sanktionsmäßig an Kommentaren aufhängen, denn emotionale Abhängigkeit von dem Feedback völlig Fremder .... Ich weiß nicht. Wenn ich mir das alles zu Herzen nehmen würde, was so über mich analog oder dialog geschrieben oder gesagt wurde, dann würde ich wahrscheinlich in einer Depression (und das ist nicht als Witz gemeint) enden.

Selbst wenn ich einmal eine "bekannte" Bloggerin wäre, was ich nicht so recht glaube, dann würde ich auch diesen Kleinkrieg Fans/Supporter vs. Hater nicht gutheißen. Ich meine, ist schon schön, wenn andere einen verteidigen. Aber entweder, ich spreche für mich selber oder ich ignoriere galant hirnverbrannte Kommentare irgendwelcher Dullis, die meinen, im Internet eiskalt Menschen beleidigen zu können. Im Ernst: Entweder, ich ignoriere plumpe Provokationen oder ich zeige sie an. Und ja, ich war schon in der Situation, eine solche Anzeige zu erstatten und es gab ein Schlichtungsverfahren.

Auch das Thema Giveaways finde ich schlimm, inzwischen glaube ich, dass Giveaways viel mit Abonennten-Fishing zu tun hat ... ich mache da ohnehin nicht mit, daher habe ich keinen so guten Überblick.

Larissas Blogeintrag fand ich auf jeden Fall sehr erfrischend in der Welt der Bloggerstars und Youtubersternchen, denn ich freue mich über etwas Menschlichkeit in dieser Community. Leider interpretieren manche Leute manchmal so einen Mist in jedes einzelne Wort hinein.
liebe Larissa, lass dich nicht ärgern.

Als Beispiel, hier Folgende Dinge, die ich in dieser Woche im analogen über mich gehört habe und die allesamt nicht stimmen:
  • Ich sei schwanger
  • Ich würde jetzt in Kassel studieren (ich hab zweimal in den letzten Monaten Freunde auf dem Campus in Kassel getroffen und einige aus Göttingen haben mich gesehen)
  • Ich sei nach Schleswig Holsstein gezogen
  • Ich würde kiffen (mir wird schon vom Geruch von Gras schlecht)
  • Ich hätte eine Fehlgeburt gehabt
  • Ich wäre von meinem Freund getrennt
Mein Freund und mich amüsiert das ... vor allen Dingen, weil ich nichts davon irgendwann gesagt oder angedeutet hätte. Ob analog oder digital. Die Leute brauchen wohl immer was zu reden. Was meine privaten Themen angeht, halte ich mich daher bedeckt und was das Bloggen angeht, geht es nicht um mich, sondern um die Thematik. Und wie ich mich euch zeige und was ich euch offenbare, bleibt doch letztendlich mir überlassen. Also trage ich auch die Verantwortung für das, was ich schreibe und ihr die Verantwortung für das, was ihr als Interpret aus dem Text mitnehmt.

Kommentare:

  1. Man sollte so 1-2 mal im Monat einen kleineren Skandal provozieren.
    Nur, damit es nicht so langweilig bleibt!
    Beautyblogs sind für mich oft gekonnte Selbstinszenierungen und gut für Leute, denen ein einfaches Selfie nicht mehr reicht.
    LG
    Sabienes

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    1. Ist klar. Alle beauty blogger sind möchtegern kim kardashians oder wie? Dazeugt nur davon wie wenig Ahnung du hast

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  2. Guter Artikel und leider komme ich erst jetzt dazu, einen Kommentar dazu zu schreiben :-).

    Ich denke, dass es oftmals für Außenstehende sehr schwer zu verstehen ist, wie man sich fühlt, wenn man übers Internet persönlich angegriffen wird...Es ist immer leicht gesagt, Schädliches einfach zu ignorieren, obwohl ich selbst so weit denken kann und weiß, dass dies die eindeutig wirkungsvollste Methode ist um seine "Hater" zu ärgern.

    Ich finde es sehr süß, wenn einen Leute verteidigen, obwohl ich schon wieder fast ein schlechtes Gewissen habe, dass die so viel "Energie" in die Verteidigung stecken und ich gar nicht weiß, wie ich ihnen so recht dafür danken soll...

    Und tja, ich denke, dass wohl mindestens im Bekanntenkreis einer jeden Person gelästert und Gerüchte in die Welt gesetzt werden.Irgendwie lässt sich das wohl niemals ganz vermeiden(Wie wohl auch in deinem Fall), dass andere Leute über einen reden. Da denke ich sehr oft an den Song von den Ärzten :-D.

    LG, Larissa

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