Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Eine Wahrheit über Realitäten im Bildungssystem.

Hallo zusammen, ihr schönen und einzigartigen Menschen da draußen! 

Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Pfingstsonntag gehabt. Meiner war eher einer von der faulen Couchpotatoesorte, aber ich bin ganz froh, dass ich mir das auch mal gestatten darf, bevor ich morgen wieder in den hohen Norden fahre. 

Heute geht es - obwohl morgen schulfrei ist - um das Thema Bildung. Ich kenne viele Pädagogen. Genug, die bereits in der Vergangenheit gelehrt haben, die aktuell lehren oder Referendariat machen.Aber jeder kennt ja irgendwie Pädagogen: Die eigenen Lehrer, die Klassenkameraden, die Lehrer oder Erzieher geworden sind, die Eltern von Freunden, die in pädagogischen Berufen arbeiten. Ich hatte da raltiv viele Berühungspunkte.

Und irgendwie ist das doch alles doof mit der Schule. Viele lehren noch total rückständig haufenweiser Bücherwissen, aber so etwas wie Gruppenarbeiten oder andersartige Förderung von sozialen Kompetenzen findet nicht statt. Kürzlich hatte ich mehrere interessante Gespräche zu dem Thema, da ich ja auch mehrfach im Bereich Pädagogik hospitiert habe. Ein Freund von mir wurde gar im Pädagogikstudiumspraktikum zusammengefaltet, weil er mit einer Schulklasse mit hohen Migrantenanteil seine theaterpädagogische Unterrichtsvorbereitung sich nicht auf Anhieb problemfrei umsetzen ließ. Der Betreuer des Praktikums meinte, dass so eine Art von Pädagogik nicht möglich sei und man Kinder nur mit Frontalunterricht perfekt unterrichten könne.
Aber was bringt uns schon die Schule bei? Es gibt nicht nur eine Wahrheit, nicht nur eine Lösung auf manche Probleme und Aufgabestellungen. Ich meine, wir spielen doch gerne in unserer Freizeit. Warum spielen wir nicht auch im Unterricht und bringen uns spielerisch Dinge bei? Das macht doch viel mehr Spaß, ein Theatrstück in der Gruppe zu schreiben als irgendwie zu pauken. Es gibt so viele Möglichkeiten und so viel Chancen, aber ich empfinde vieles weiterhin als rückständig in der Bildung. Was sollen Smartboards in einer Provinzgrundschule in meiner Heimat, wenn keiner der Lehrer damit umgehen kann und keiner von diesen auch keiner vor nächsten Sommer eine Weiterbildung dazu hat.
Auch der Zugang zu neuen Medien finde ich schwierig. Manche Lehrer empfinden Computer, Tablets und Smartphones immer noch als Neuland und verbieten sie, obwohl sich doch auch mit ihnen viel Wissen durch die richtigen Apps erschließen lässt. Es gibt so viele Möglichkeiten, Wissen zu vermitteln und wenn ich mitbekomme, dass einige Lehrer noch immer keinerlei Gruppenarbeiten machen und die Schüler zum auswendig gelernten Schulwissen aufsagen vor die Klasse stellen, rollen sich mit die Fußnägel auf. Von verschulten Studiengängen mit Bulimielernfaktor ganz zu schweigen.
Aber wer ist schuld?
Der Bildungsförderlismus?
Die Bildungsministerien, die zu viel von den Schülern abverlangen?
Die Schüler selber?

Auf en Schülern ist so ein großer Druck. Nicht nur gute Noten schreiben sie. Sie sollen auch stark und in irgendetwas ganz besonders und herausragend sein. Es ist nicht nur bei Eislaufmuttis und Baletteltern so. Viele Eltern wollen ein Kind, dass besonders gut in Sprachen oder musikalisch ist.

 Was meine eigene Schulzeit angeht, lief es da teils gar nicht so richtig rund. In der Grundschule habe ich noch davon profitiert, dass viele Lehrer und Referendare pädagogische Projekte mit uns gemacht haben. In der OS, Orientierungsstufe, war es auch noch einigermaßen okay. Da waren einige wenige Dinge, die nicht so rund liefen, aber man hat ja immer einen Mathelehrer oder einen Biolehrer, der twas eigen ist. Und natürlich war ich auch in der 5./6. Klasse selbst eine kleine Chaosnudel.

Ich habe mich trotz bester Empfehlung meiner Klasse (Ich hatte eine erweiterte Realschulempfehlung, weil ich im Mathe-A-Kurs eine 4 hatte. Wie gesagt, der Mathelehrer war etwas eigen, quälte uns mit krasser Geometrie und Geometrie ist eben so gar nicht meins.) Auf der Realschule dann war es schlimm. Ich hab einfach abgeschaltet, gezeichnet und mich auf die musikalischen Hobbies konzentriert, weil viele meiner Lehrer eine Scheißegalattitüde hatten. "Ist egal, ob ihr was lernt. Ich kriege trotzdem mein Gehalt." Leider soll es bis heute weiterhin so an der Schule sein. Meine Eltern haben mir damals nicht geglaubt und dachten, ich sei schlichtweg faul und nicht, dass die Lehrer ziemlich lasch in ihrer Arbeitsmoral sind und für die Pädagogik heißt, dass man Dinge von der Tafel abschreibt und darüber dann Arbeiten und Tests schreibt. ...

Ich ging danach dank einer einzigen Note, die mir reingewürgt wurde, auf die höhere Handelsschule und das war meine persönliche Rettung. Ich schloss das Jahr mit einem wundervollen Einserschnitt ab, hatte quasi ein Jahr intensive Widerholung und kam bis zum Abi bestens mit der Schule und meinen meist recht jungen Lehrkräften recht.

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