Die ReFORMation Design Austellung - Design trifft Kirche und Einiges gerät ins Rollen

Ob Gläubiger, Agnostiker oder Atheist: Mit dem Begriff Reformation kann jeder was anfangen.
An diesen Blogpost sitze ich schon fast drei Wochen und bin nun schon fast zu spät dran - aber man möchte ja auch nicht irgendeinen Stuss schreiben, sondern informativ bleiben.

ReFORMation ist keine Kunstausstellung, sondern eine Designausstellung. Die Ausstellungsstücke wurden von Designstudenten und eben nicht von Künstlern erstellt. Das Projekt entstand aus einer Kooperation HAWK Hildesheim und der Landeskirche Hannover.
"Es geht um Verwandlung, es geht über Überraschendes.", sagte Pastor Gehard Schridde bei der Vernissage am 23.05. in der Johanniskirche Göttingen, in der die Ausstellung bis morgen noch kostenlos zu sehen ist. Die etwa 600 Jahre alte Kirche ist allerdings nicht der erste Ausstellungsort, aber ebenso interessant wie die Plätze, wo die Ausstellung bisher stattfand. Die Ausstellung selbst befindet sich also auch selber in ständigen Reformation, da die Ausstellung jedem Ausstellungsraum neu angepasst wird. Auch der Kircheninnenraum der St. Johanniskirche mit den 2 Kirchtürmen in der Göttinger Innenstadt ist im Moment im Umbruch: Während im vergangenen Jahr der Altarraum nach ältester Vorlage renoviert wurde und in hellen Glanz erstrahlt, ist die restliche Gestaltung der Kirche im Moment noch aus dem letzten Jahrhundert und bildet einen starken Kontrast zum hellen und farbenfrohen Altarraum. Und nun all diese surrenden und auffälligen Ausstellungsstücke dazwischen. Eigentlich war geplant, dass man viele der Ausstellungsstücke im Altarraum begutachten könne - ein Konzert während des Ausstellungszeitraumes verhinderte dies jedoch. Zum Glück muss man sagen, denn die Ausstellung, die einen komplett durch die Kirche führt, mit all den Zwischenüberschriften, Klang und Farben wirkt nun, als wäre es schon immer Teil der Kirche gewesen.

Interessant ist wohl auch, dass diese Ausstellungsstücke in einem Seminarkontext entstanden sind und die Designer eben keine Kirchenmenschen, viele von ihnen nicht in der Kirche sind. Die Designer haben sich selbst ausgesucht, in welcher Art und Weise sie das Thea umsetzen. Es war keine Auftragsarbeit, sondern eine Beauftragung zur freien Auseinandersetzung mit der Thematik - denn jeder hat seine ganz eigenen Bilder, Assoziationen zu dem Thema. Einige denken an den Bilderstorm, andere an den Dialog, andere daran, dass diese Reformation doch immer und überall stattfindet.  Schön formulierte es auch Hartmut Reimers bei seiner Ansprache bei der Vernissage, dass man eben nicht "üblichen kirchlichen Verdächtigen zusammentrommeln" wollte. Als nächster Ausstellungsort steht bereits ab 29.10. bis 17.01.2016 das August Kästner Museum in Hannover statt, der Katalog zur Ausstellung hatte just am 22.05. einen Designpreis in Hamburg gewonnen, da die Bindung und Aufmachung dieses Kataloges schlichtweg simpel und trotzdem genial ist.

Janus bemängelte bei der Vernissage, dass der Bildersturm mit keinen Wort von niemanden der Redner erwähnt wurde, obwohl es doch ein zentrales Motiv sei.
Ich erwiderte, dass es eben nur Ansprachen von wenigen Minuten und keine wissenschaftliche Vorlesungg zu dem Thema gewesen seien.

Ich werde euch nun keine Fotos zu dieser Ausstellung zeigen, aber alles Wissenwerte erfahrt ihr auf kunstinfo.net


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