Plauderkiste: Belanglosigkeiten wie Musik und mein Umzug

Hallo allerseits!
Ein Glück, dass ich das Schreiben bevorzuge, denn audiovisuell würde ich übermüdet aussehen und wahrscheinlich ein bisschen muksch und genervt auf euch wirken, wie ein Kleinkind an der Kasse, dass trotz Rumschreiens und Fausttrommelns auf dem gefliesten Supermarktbodens mit ausgezeichneter B-Note nichts von der Quengelware bekam.
Ehrlichß Ohne Koffein geht gar nichts. Ich halte mich mit Koffein aller Art - ja, auch ein schwerer Colarückfall -  und Schoki oder anderen Kohlenhydraten wach und mich nervt alles und jeder, weshalb ich mich mit Kopfhörern aus der Welt radiere. Hey, das fühlt sich an wie Wiederholung meiner Jugend. Nur eben mit Spotify und ITunes statt Mp3 Player und Discman. Meinen letzten Discman habe ich noch. Wie kommt es, dass ich so nostalgisch bin? ich denke, es geht mir vielleicht um die gute, alte Zeit vor den Jungs in meinem Leben. Die Zeit, um der ich mich noch um mich selbst gekümmert habe. Liebe und Beziehungen sind schon etwas Schönes, aber was nutzt es mir, wenn ich mich immer nur um die Anderen kümmere und bei all diesen Jammermenschen und Problemjungs mich selbst vergesse? Darauf habe ich keinen Bock im Moment. Bei der Arbeit ist das natürlich etwas anderes, da bin ich pragmatisch und zielgerichtet. Aber meine Frezeit verbringe ich bevorzugt mit Menschen, die mich nicht volljammern oder mir Vorwürfe machen, weil ich ihnen nicht den Arsch hinterhertrage. Natürlich, jede Beziehung, auch eine Freundschaft, ist ein Geben und Nehmen. Aber ich bin eben aus Gründen, die ich kenne, ein typisches Gebermädchen. ich gebe viel, manchmal alles und habe eine soziale Ader. Und leider hat der ein oder andere Mitmensch das das ein oder andere Mal zu oft ausgenutzt. Deswegen liegt mein Augenmerk auf Bewerbungen schreiben, arbeiten und die wenige Freizeit musikalisch zu nutzen. Eine richtige Gesangspause habe ich mit zwei Jahren Unicantesopran und einigen Gesangsrollen am Theater ja irgendwie doch nicht gemacht. Meine hohen Töne sind etwas trainingsbedürftig, mein Volumen und meine Stimme aber nach wie vor glasklar. Nach all dem Passivrauchen am Theater und bei den Gastronebenjobs bin ich darüber erstaunt, dass meine Stimme noch immer so schön klar und unschuldig ist. Kraft habe ich auch, zum Glück mache ich Sport, da habe ich die Atemtechnik beibehalten und kann locker den Atem halten. Was mich nun voranbringen würde beim Singen, ist, sich wieder bewusst darauf zu konzentrieren, keinen glasklaren Christine-in-Phantom-der-Oper-Sopran zu singen, sondern eben ein bisschen Belting zu üben oder eben dreckiger zu klingen.

Im Moment höre ich ja auch viel meiner alten Songs und muss ja sagen, dass ich wohl Madsen mochte, weil man es wirklich sehr einfach singen kann. Genauso wie Mando Diao oder die Ärzte eben. Ohne Musik geht bei mir grad gar nichts. Heute werde ich mir noch "Am Ende der Sonne" raussuchen. Einfach, weil meine Stimmung dazu passt. Ich bin erkältet und im Moment schon genervt, wenn jemand anders wagt, denselben Raum wie ich zu betreten. Wenn ich etwas hasse, dann, wenn man konzentriert arbeiten möchte und Menschen völlig sinnlos um dich herumwuseln. ja, das ist übermoralisierend. Aber wenn man einen schlechten Tag hab, darf ich auch mal stinkig sein und zwinge mich nicht dazu, einen auf Little Miss Sunshine zu machen. Ich bin dann eher so Anneliese Schmidt. Oder vielmehr der, der sie frisst.

Meine gesamte Vorfreude gilt aber dennoch dem Arbeitsbeginn am Montag, wenn dieser *****************scheiß**********kack*********fotzen****************mist********* Umzug vorüber ist und dem nahenden Ende der Pause von Sanft und Sorgfältig mit der Folge am 30.08.2015 live vom Parkfest - bis dahin will ich mit dem Umzug fertig sein und mich beim Backer hinsetzen und von dort aus dank Gratiswlan mithören.

Aber so mitten im Umzug wird mir klar, wie echt das alles ist. In Hannover leben und arbeiten - das hätte ich nicht gedacht. Nich vor 5 Jahren, nicht vor 2 und nicht einmal vor einem. Alles eine sehr spontane Nummer. Aber umso besser. Ich mache etwas, was ich mir lange vorgenommen habe - eben nur an einem anderen und sogar besseren Ort als gedacht und ich bin dankbar für die Erfahrungen, die da  kommen. Als alter Hase werde ich wohl sehr entspannt sein ... wenn man am Theater und in der Gastronomie war, dann kennt man keinen Stress mehr bei der Arbeit. Dann ist alles andere Eierschaukeln und das mag ich. Bei der Arbeit bin ich immer entspannt und gelassen. Und ich freue mich auf die Menschen, die Kollegen, die Projekte.
Am liebsten würde ich mich selbst Ende 2013 anrufen und ihr Bescheid sagen: Vieles in meinem Leben hat sich zum Positiven gewendet und genauso viel Gutes in der Welt da draußen liegt noch vor mir.  Manchmal lagen Welten zwischen mir und dieser Erkenntnis - ich habe erst beim Bewerben gemerkt, dass die menschen meine Zeiten am Theater nicht als Faulenzen, sondern als eine tolle Referenz sehen und eben auch die Projekte, die ich bereits vor meinem Studium gestemmt habe - ich neige dazu, all diese Zeiten des Gesangs und der kulturellen Events
Morgen werde ich nicht nur die restlichen Kleinigkeiten (Geschirr, Teppich, Klappstühle, Handtücher, ein Teil meiner Bücher und Skizzenbücher) zusammenpacken, sondern eben auch ein paar weitere Bewerbungen abschicken. Und dann schaue ich, was kommt. Ich bin zuversichtlich und würde mich freuen, wenn ich die Arbeit beruflich machen könnte, die ich seit meiner Jugend schätze und liebe. Ich bin kein Mensch für die Bühne. Ich hab auch einfach keine Bühnenvisage. Aber hinter der Bühne, dort, wo man organisiert, da fühle ich mich zuhause.
Ansonsten ist bei mir auch privat der Hund begraben. meine Freunde sind in Göttingen, Berlin oder sonstwo. Aber viele werden mich besuchen kommen oder ich besuche sie. Ich habe mir außerdem die Konzertkarte für das Konzert von Olli Schulz endlich gegönnt und spare dann mal für meinen hanffreien Kurztrip zum Amsterdam Light Festival im Dezember oder Januar. Wahrscheinlich allein. Ich möchte mir auch mal erholsame Einsamkeit gönnen - oft finde ich Urlaub mit anderen zusammen so panisch, nach dem Motto: "Wir MÜSSEN noch das, das und DAS machen." Nö, wir müssen gar nichts. ich streife frühmorgens gern durch die Städte, mache Fotos, genieße die Leere einer Stadt vor dem Ansturm auf die Läden. Und suche nichts, streife umher und finde statt irgendwelche Reiseführertipps abzuklappern.
So teuer ist es zum Glück nicht - von Hannover werde ich wohl wieder den Bus nehmen.
Was mein Gemüt im Moment auch so sehr betrübt, dass ich mich vor Wut auf die asozialen Nazibratzen spontan bei Facebook gelöscht habe, ist der rechte Terror in Deutschland. Ein dermaßen unschönes Thema, das mich einfach nur traurig stimmt. ich weiß gar nicht, was ich dazu schreiben soll, weil es mich so schockiert, was für Menschen hier in unserem land leben, die einfach glauben, es sei ihr Recht oder gar meinungsfreiheit, volksverhetzend und fremdenfeindlich offen zu sagen, dass Flüchtlinge aller Keim des Böses seien oder so ein Bullshit. Wer Flüchtlingsheime anzündet oder auf Facebook so eine Nazischeiße postet, sollte bitte die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Brennende Flüchlingsheime, offene Bekundung von Hassparolen? Heimatvertriebende, die als Aggressionspuffer für kleingeistige, deutsche Bürger dienen, weil diese selber nicht mit ihrem Leben klarkommen und deswegen denken, die Flüchtlinge wollen ihnen wohl Böses? Ich schäme mich für Deutschland ...

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