Haul, Konsum und andere Banalitäten des Alltags

Konsum ist doch eigentlich ein ziemlich unspannendes Ding in der heutigen Zeit, denn es ist immer und überall. Und dennoch ist es eine Sache, die YouTuber Millionen von Klicks beschert oder einigen Menschen viel Cash in der Täsch bringt, weil widerum vie Menschen ihre Produkte kaufen.
Wir sind umgeben von Konsumtempeln (irgendwie ein schönes Wort, eine beschönigende Beleidigung, die den Kaufrausch zur Ersatzreligion anhebt und dennoch bitterböse klingt ...) und kaufen doch allerlei, was dann nur bei uns daheim liegt und verstaubt. Bestes Beispiel: Nun, zu Beginn des neuen Jahres, gibt es allenorts Fitnesskram zu kaufen und alle sind voll motiviert, um durchzustarten und den Winterspeck loszuwerden. Aber seien wir ehrlich: Wer von uns hält nur ansatzweise bis Ostern mit den guten Vorsätzen durch?
Also wen interessiert es, ob ich nun bei Primark oder H und M ein Top, Tshirt oder eine Strumpfhose gekauft habe?
Ich selber finde meinen eigenen Konsum ziemlich unspannend momentan.
Nagellack, Schminke und Schmuck kann ich nicht bei der Arbeit tragen bzw. möchte es auch gar nicht, dafür kann ich mich in meiner Freizeit, also zumeist am Wochenende schminken. Und dafür muss ich mir nichts Neues kaufen. Ich habe ja genug. Im Gegenteil: Im Dezember habe ich radikal ausgemistet und einen Großteil meiner Schminke einer befreundeten Make Up Artist vermacht.
Kleider kaufe ich auch keine - bei der Arbrit sind Jeans praktischer und meine Kleider sind mir lieb und teuer, die ich hier in meiner Wohnung in Hannover beherberge. Ich sortiere regelmäßig meine Kleidung und gucke, was weg kann und was eventuell gekauft werden muss. Mein Wintermantel hat leider nach 6 Jahren seine besten Zeiten hinter sich, daher muss im nächsten Herbst ein neuer gekauft werden. Momentan gucke ich schon in Second Hand Läden nach welchen.
Und konsumiert habe ich natürlich auch.
Ich kaufe mir die Lebensmittel des täglichen Bedarfs, ab und an gar eine dekadente Sache wie Ofenkäse oder einen exotischen Brotaufstrich. Sonst eben Monotonie, morgens Porridge, Chiapudding mit Obst oder Toast zum Frühstück, mittags Salat und Klappbrot, abends meist gemüselastiges Abendessen, ich habe da meine 10 Standardgerichte und liebe Paprika und Avocado in meinen Kochzutaten genauso gern wie Karotten, Zwiebeln und Knoblauch.
Zu Weihnachten habe ich mir einen Tagesrucksack, Handschuhe und einen Deckel für meine Siggflasche gewünscht und bekommen.
Und an Kleidung brauche ich demnächst neue Schwimmkleidung, diesen Monat habe ich nun ein weißes Top, 2 Tshirts in weiß und eine Strumpfhose gekauft. Mehr muss auch nicht.
Der/die/das Haul, dieses "guckt mal, was ich gekauft habe!" ist ja ganz nett für Shoppingtipps, die man vielleicht nicht so kennt, wenn man nicht direkt in der Stadt wohnt. Aber was passiert mit den Sachen nach der Fashionhaul oder Beautyhaul eigentlich?
Die Rubrik "Aufgebraucht" ist da z. B. zumindest meiner Meinung nach eine Möglichkeit, zu zeigen, dass eben nicht nur konsumiert wird, um immer mehr und mehr zu haben, sondern die Dinger, die man kauft, auch Sinn und Zweck haben.
Was ist eure Meinung zu dem Thema?

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