Was für ein Katzenleben!

6:52 Uhr und die Autos fahren dröhnend vorbei. Ich hätte wohl das Fenster nicht über Nacht auflassen sollen ... Ist man im Ruhrgebiet, dann sind gefühlt vor jedem Airbnb Straßen. Wir haben einen schönen Ausblick auf Schrebergärten, die ich als Kind Strebergärten nannte, weil ich dachte, dass wäre was für Streber. 

Ich komme von der Toilette zurück und mein Mann liegt in meinem Bett. Na toll. Da kann ich auch gleich rübermachen, ob ich nun über Schleichwerbung und Werbung markieren in einem Bett neben meinem schlafenden Ehemann oder hier im Wohnzimmer berichte, ist ja ziemlich latte.

Und während ich diese Zeilen tippe, umkreisen mich zwei Pelzgurken. Es ist schon schräg, sie kennen mich schon von anderen Besuchen. Letztes Mal war Kater1 sehr reserviert, Kater2 sehr offen - nun ist es andersrum. Kater1 geht offen auf mich zu und lässt sich streicheln ...

Und während ich diese Zeilen schreibe, bemerke ich: Katzencafés sind schön - aber sie ersetzen natürlich nicht die Möglichkeit, zwei oder eine Katze nur für sich zu haben. Eine persönlich Beziehung aufzubauen, die eben mehr ist, als einmalig oder öfters in ein Café zu gehen.

Ich zahle Geld für Getränke und Speisen - also müssen die Katzen mich unterhalten!!! Sie sind zu meinem Vergnügen da 

Etwas, was Jona allgemein und immer wieder an Katzencafés stört, ist das Problem, dass viele anscheinend denken: "Ich zahle Geld für Getränke und Speisen - also müssen die Katzen mich unterhalten!!! Sie sind zu meinem Vergnügen da ... so wie eine Band oder ein Klavierspieler in manchen Cafés." So funktioniert es aber nicht. Eine Katze wird dir nicht auf den Schoß springen, nur, weil du ihr hinterherrennst und mit ein Katzenspielzeug hinterherfummelst. Und eine Katze möchte vielleicht nicht gegen den Strich gestreichelt werden, nur, weil deine Katze zuhauf das so gern hat. 

Katzen sind Lebewesen und keine Spielzeuge ... ich merke immer bei diesen Besuchen in NRW, dass ich persönlich sehr gerne und hoffentlich dann auch in der nächsten Wohnung eine Katze haben möchte. Hunde hatte ich auch schon, einmal dank Vermieterin einen großen Golden Retriever und das war auch nett, aber mein Mann ist eher der Katzentyp. Sein Traumhaustier ist ein Schwein, ich spinne daraus immer die Geschichte, dass wir doch noch in meine badensische Heimat meiner Mutter ziehen, ein altes Weingut kaufen und dort Bio-Wein mit unserem Wein-Schwein machen, das mir bei der Ernte hilft.

Aber nein, das ist eher ein unwahrscheinliches Szenario.... vielleicht wahrscheinlicher, zumindest nicht unmöglich ist, dass wir für 1 oder 2 Jahre nach/bei Köln ziehen, vielleicht auch vor der Familiengründung. Einfach für den Master noch einmal Großstadtluft schnuppern. Das heißt: Er studiert, ich würde arbeiten. Aber momentan sind das alles Luftschlösser, Gedanken, die gemacht werden, aber eben keine konkreten Pläne. Ich bin älter als Jona, ich bin schon durch die Wildnis gehiket und habe in Berlin gelebt, ich habe schon Theaterproduktionen auf die Beine gestellt und schlechte Kritiken zu Hauf bekommen (was übrigens nicht den Besucherzahlen schadete, eher im Gegenteil - aber das Theater habe ich eher aus persönlichen Gründen verlassen als aus dem Grund, dass es mir keinen Spaß macht).... Und Jona hat eben mit 20 geheiratet und das ist sehr untypisch für heutige Verhältnisse. Da will ich ihn nicht die Chance nehmen, etwas zu entdecken, ein Auslandsjahr zu machen - eher er sagt, dass Ausland nichts für ihn wäre. Köln wäre da vielleicht eine gute Alternative. Zwar mögen wir - ganz norddeutsch - kein Karneval, aber wir mögen die Atmosphäre in Köln. Und was mich und Ausland angeht: Ich möchte ein Praktikum in England machen. Wahrscheinlich am besten vor dem Brexit.

Und so träumen wir von Katzen und einem Großstadtleben, bevor wir eine Familie gründen, umringt von zwei Katern, die sich putzen und über so etwas keinerlei Gedanken machen.

Photo by Erik-Jan Leusink on Unsplash

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