Kritik für jeden: Wie gehe ich denn bitte mit Kritik um? Schreien? Heulen? Wie reagieren? (Teil 2 von 2)

Guten Tag und willkommen zu dem heutigen Blogpost zum Thema Streit, Beef, Pöbeleien und Todesfeindschaften mit Niveau!

Ihr habt Teil 1 verpasst? Da lernt ihr richtig streiten. Naja, richtig streiten lernen ist übertrieben. Es ist eher ein Leitfaden zur konstruktiven Diskussion, den ich aufgrund eigener Erfahrungen erstellt habe.

Nein, dies ist natürlich ein Scherz. Ich bin bester Dinge, weil ich diese Woche noch einige spannenden Sachen mache, noch tolle Dinge erlebe und im Moment mit einigen Göttinger und Kasseler Projekten und Menschen in Verhandlung, dass sie Teil meines Blogs werden. Denn ich möchte nicht nur über Schminke berichten, sondern über das, was mir Spaß macht und Freude bereitet. Dazu gehört aber eben auch, dass ich nicht vor jeden Konflikt davonrenne. Ich allein bin doof, denn ich kenne nur meine Sicht der Dinge. Eine gute Diskussion gehört dazu. Meine Freunde habe ich stets danach ausgesucht, dass ich gut mit ihnen diskutieren kann. Was soll ich mit einem reichen oder wunderschönen Mann, mit dem ich nicht über die verschiedensten Themen leidenschaftlich argumentieren kann. Manchmal bin ich glaub ich zu leidenschaftlich beim konstruktiven Streiten. Da bin ich dann so wie Olli Schulz bei einigen Sendungen wie ab und an bei "Sanft und Sorgfältig" oder bei "Roche und Böhmermann". Da rede ich los und bin nur schwerzu stoppen. Analog haben die Menschen da keine Angst, aber digital überfordere ich die User wohl, die manchmal denken, dass ich ihnen Böses will, als wolle ich ihnen meine Meinung aufdrängen oder sie absichtlich traumatisieren.

So schwer es auch fällt:

1. Jeden Text, egal, welchen, einfach mal nüchtern und neutral lesen.

  • Sind wir emotional aufgeladen, können wir Dinge ganz anders wahrnehmen. Wenn ich also müde/unruhig/wütend/traurig oder was auch immer bin, dann sollte man erst mal was anderes tun als Texte zu verfassen. 
    • Ich schreibe nur (!), wenn ich bei guter oder neutraler Laune bin. Habe ich schlechte Laune, schalte ich alle Geräte aus und lese oder heule. Meine Freunde wissen also: Solange ich etwas schreibe, ist alles gut. Wenn ich tagelang nicht bei WhatsApp oder Instagram online war, dann müssen sie mal gucken, ob nicht etwas im Argen ist. Also geht einfach davon aus, dass ich euch nichts Böses will, wenn ich euch bei Instagram oder Twitter schreibe.
  • Wiederholt euch nicht mit Kommentaren. Gibt es andere, die schon 1:1 dasselbe bemängelt haben, braucht ihr nicht nochmal dasselbe hinschreiben. 

2. Wer meckern kann, kann auch sagen, was man besser macht.

  • Eben nicht nur Kritik ist wichtig, sondern jede Kritik enthält - ganz ohne Belehrungsattitüden - Vorschläge, was man besser machen kann.
    • Beispiel: Jemand macht ein Video abends bei schlechten Licht, dass unnötig lang, weil nicht geschnitten ist.
    • Der Kommentar wäre also: Ich finde das Video zu lang und das Licht ist nicht sonderlich gut. Ich würde vorschlagen, dass du zusätzlich ein paar Fotos bei besseren Licht machst oder bei Tageslicht oder mit einer guten Lichtquelle filmst. Und es wäre toll, wenn du dein Video etwas schneiden könntest, da einige Passagen sehr lang sind und es etwas gestraffter ein schöneres Video wäre.
  • Seid nicht beleidigt, wenn eure Kritik dennoch als Nörgelei wahrgenommen und auf eure Vorschläge nicht eingegangen sind. Du hast deinen Senf dazu gegeben und die Kommunikationsbereitschaft der anderen Partei kann man ja schlecht erzwingen. Dass auf euren Vorschlag nicht eingegangen wird, heißt ja nicht, dass euer Kommentar nicht gut.
.3. Der Ton macht die Musik.

  • Sachlich und nett bleiben. Höflichkeit ist heute leider nicht mehr so im Trend.
  • Kategorischer Imperativ ist gar nicht so kompliziert: Was du nicht wllst, was ich dir tu, das füg auch keinem anderen zu. Ich schreibe in einen Tonfall, den ich auch selber hören möchte. 
  • Und wenn ich mich dann doch mal im Ton vergreife, ist es nicht schlimm, sich auch mal zu entschuldigen.
  • Jedes Werk, und sei es nun eine Zeichnung, ein Blogpost oder ein Video, ist etwas, in das Zeit und Arbeit gesteckt wurde. Deswegen bitte einfach daran denken, eine solche Arbeit mit dem nötigen Respekt entgegenzutreten.

4. Kritik ist auch nur eine subjektive Meinung.

  • Natürlich ist es toll, wenn du eine Kritik formulierst. Aber diese spiegelt nur deine Meinung wieder.
  • Wie schon im letzten Teil erklärt: Jeder hat eine komplett andere Weltsicht. Die eine ist total das Mädchenmädchen, die andere ist sexuell befreite Freigeistfrau und die andere gerne lieber still und zurückhaltend. Und diese drei Frauen haben natürlich komplett verschiedene Meinungen zu einem Thema.
  • Daher kann ich euch nur empfehlen: Tauscht euch Themaus. Wenn ihr die Weltsicht anderer Menschen mitbekommt und nachvollziehen könnt, gewinnt ihr eine andere Sicht der Dinge. 
  • Keine Sicht der Dinge ist das Optimum. Alle subjektiven Sichtweisen zusammen ergeben erst eine objektive Weltsicht.
  • Du lebst vegan, ohne Leder, ohne Pelz, ohne Tierversuche, aus Überzeugung. Das ist schön. Aber versuch nicht automatisch deswegen, andere deine Überzeugungen und Meinungen aufzudrängen, andere haben andere Hintergründe. Du kannst ihnen erklären: Ich lebe vegan und bin dieser Überzeugung, weil ... 
5. Was tun bei krasser Kritik und Kommentaren, die mir wie Anfeindungen vorkommen?

  • Ruhe bewahren.
  • Nicht übereilt antworten.
  • Euch steht frei, Kritik anzunehmen oder eben nicht.
  • Wenn etwas unklar ist oder das Geüfhl habt, dass ihr da etwas missversteht, dann fragt ihr am besten nach: Warum meinst du das? Wie hast du das genau gemacht?
  • Bei Rechtschreibkorrektur solltet ihr nicht böse sein. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
  • Fehlt dem Kommentator Hintergrundwissen, einfach schreiben: Wusstest du, ich meinte dies in folgenden Kontext.
  • Jeden  Kommentar sollte man ernst nehmen - da hat jemand sich die Mühe gemacht und euch geschrieben, was ihr besser machen könnt. So ein Austausch ist wichtig und macht das Internet statt einer Horde der h zu einer Community, in der zwar nicht immer alles heile, heile Welt ist, aber eben ein schöner Dialog. 
  • Bei Fragen solltet ihr so nett sein und diese beantworten. Es sind eure Beiträge und daher seid ihr der Experte.
  • Intensive oder eher wenig Kommunikation - das ist eher Geschmackssache: Gebt aber zumindest mit einem kurzen Dankeschön dem Kommentator das Gefühl, dass ihr seine Kritik wahrgenommen habt.
6. Das ist keine Kritik mehr, das ist Beleidigung!

  • Schwarze Schafe gibt es überall. Was ich schon alles in Youtubezeiten gehört habe? Nilpferd, Pottwahl, ich sollte meine Augenbrauen mit einer Heckenschere trimmen. Nur eine kleine Auswahl. Manche Leute schreiben einfach Bullshit. Und wenn du merkst: Mit dem ist überhaupt nicht zu reden ist, kannst du dann die person melden und blockieren. Du musst dich nicht von den Beleidigungen anderer runterziehen lassen.
  • Oberflächliche Urteile zu deinem Äußeren? Lass sie links liegen, insbesondere, wenn du dir grad in einem Video 20 Minuten  über Tierversuche geredet hast. Wenn dann deine Kommentatoren nur dafür interessieren, ob dein Haar zu wuschelig ist, der Dreitagebart ungepflegt wirkt oder deine Pullibänder ungleich lang sind und das sie irritiert, dann kannst du auch annehmen, dass sie nicht besonders viel Wert auf den Inhalt deines Videos gelegt haben. Und auch ein Eyeliner darf mal verrutschen, ein Schminkexperiment missglücken. Zum Glück kann man es ja abwaschen!
  • Belästigt dich jemand massiv oder anhaltend: Polizei! Auch im Internet sind Beleidigung oder bedrohen Straftaten.



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