Eine Haul mit großen Aquarellmalnutzen für mich (Und:Aquarell mit Trick 17)

Guten Tach, Moin Moin und einen guten Start in den Tag wünsche ich an diesem doch eher verregneten Mittwochmorgen!

Mein vollster Neid geht an die heutigen Zuschauer des Neomagazin Royals. Mein Jugendschwarm ist zu Gast ... da kann man schon etwas neidisch werden, oder?

Heute gewähre ich euch einen Blick in mein irgendwie doch ziemlich durchorganisiertes Aquarellchaos und zeige euch, wie ich dank meiner neuen Pentel Waterbrushes jetzt auch  ganz entspannt in der S-Bahn oder am Strand Aquarell malen kann. Wenn mal wieder das gute Wetter dazu wäre, versteht sich ...

Das Foto stammt - unaufgeräumt - vom Waschküchenwetterwochenende. Daher der schicke Fächer aus dem 1-Euro-Shop, der erst eine Requisite sein sollte und dann doch aufgrund eines anderen Konzepts dann doch nicht übernommen wurde. Immer in der Näge, wenn ich im Mangastil male, sind 1-2 Mangas, wo ich einfach noch einmal gucken kann, ob die Hände oder das Gesicht nicht zu fotorealistisch ist. Im Moment ist es mir ein Anliegen, dass meine von mir gezeichneten Figuren nicht so superdürr sind, sondern schon zumindest etwas runder und realistischer sind als so eine Barbiepuppe.


Bei Tubenfarbe, die ich im Moment noch mangels Kohle für gute Flüssigaquarelltinte und  Aquarellkasten mit Farbnäpfen, nutze ich zum Mischen Käsehüllen aus Holz. Früher nannte man das Müllverwertung, heute Upcycling. Wenn die Farben einigermaßen brauchbar sind, kann man sie auch im trockenen Zustand wieder (wie Guache) mit Wasser verflüssigen und nutzen. Dieses waren alles angemischte Farben für das Serenity Bild, wie man vielleicht deutlich erkennen kann. 

Was sonst nicht fehlen darf?
  • Zewa Küchenrolle oder Taschentücher (fall mal was auf dem Bild daneben geht)
  • meine Aquarellkreiden (von Jaxon - die von caran D'Ache mag ich trotzdem lieber)
  • Aquarellstifte in Braun und schwarz (solange meine wasservermalbaren Bleistifte noch nicht da sind) 
  • verschiedene Stifte zum Outlinen
  • Aquarellfarben in der Nähe, falls es mal doch absolut nicht nur mit Aquarellkreiden geht
  • Pinsel, Bleistift, Radiergummi


Und nun das große Ratespiel: Wo findet ihr welche Farbe im Bild? Man sieht aber auch - meistens habe ich eine ganze Käsehülle zum Farbenmischen pro Bild - auch schon zu Aqua


Und hier ist einfach mal das perfekte Foto, dass mein Making of des neuen Aquarells mit Trick 17 zeigt. Ich mische Aquarellkreiden, nehme die Farbe mit Wasserpinsel auf und vermale sie auf dem Papier dann. Hier das Jeannebild während des Zeichnens der Konturen.
Links seht ihr ein Extrablatt zum Mischen der Aquarellkreiden. Die Male ich auf das Papier und es ist wirklich praktisch für unterwegs ...


Aufgrund ergoogelten Internetswissens und diversen Anpreisunge habe ich mir mal einen PITT Artist Pen von Faber Castell zugelegt - im Gegensatz zu den handelsüblichen Verdächtigen von Stabilo sollen diese Stifte lichtecht sein ... für den Preis will ich das auch hoffen. Leider kann man sie nicht vor der Wasserfarbe nutzen, was ich schade finde, aber sonst macht der Stift einen recht guten Job. Nur würde ich mir - ähnlich wie bei den Copic Multilinern - mehrere Strichstärken wünschen und nicht nur F (ca 0,5 mm  - wie ein normaler Stabilo?) und B (davon besitze ich noch keinen).


Und so sieht das Bild fertig aus. Ich mag es, meinen gewohnten Malstil mit den "lebendigen" Konturen mit den trahlenden Farben des Aquarells zu mischen. Das Ganze wirkt schon fast etwas drüber und zu bunt und zu schrill, wie eine Travestieshow auf der Großen Freiheit.

Und dch versprüht es in seiner Inperfektion einen gewissen Reiz, ist es doch meinen Bildern von vor 10 Jahren stilistisch noch recht ähnlich, nur eben anatomisch nun mutiger und auch korrekter als die verkrampften Posen und krüppeligen Klumphändchen von 2004 oder 2005 ... ich möchte mich nicht selbst beweihräuchern oder so (Ich hasse Weihrauch - Weihrauch oder der Duft von Gras lösen bei mir Brechreiz aus. Also mache ich um Kiffer und Messdiener einen großen Boden. Auch Räucherstäbchen treiben mir die Tränen in die Augen .... Zum Glück ist der Trend ja inzwischen durch Yankee Candle und synthetische Duftsprays abgelöst worden) - aber ich mag einfach, dass ich wieder back to the roots und ganz retro die Themen meiner Jugend erneut zeichne und male und ich einfach eine Entwicklung sehe. Und das, obwohl ich lange, lange pausiert habe (2009-2014, seit 2014 Acrylmalerei und fotorealistisches zeichnen, erst seit diesem Monat wieder Manga, Anime etc.)

Was mir allerdings gar nicht gefällt, ist der Hintergrund. Die Wolken konnte ich noch einigermaßen retten, das Blau ist mir zu fleckig. Da muss ich mir definitiv auf Platz 1 der Kunstbedarfsanschaffungsliste Rubberkrepp zum Maskieren kaufen, damit ich als ersten Schritt den Hintergrund male und dann mich um den Rest kümmere. Dann gibt es auch keine Flecken mehr im Hintergrund.


Und sonst so? Ich mag im Moment am liebsten die Aquarellblöcke von Tiger, 300g/1m² gefällt mir einfach besser als 190g-Papier - ich werde mir im September an meinem neuen Wohnort dann vielleicht auch ein größeres Papierformat mit 300g-Papier besorgen.


Nun ein kleiner Blick auf meine Liner - ich male die endgültigen Konturen erst, wenn ich mehr oder weniger mit der Farbe und alles fertig bin, weil ich dann gucke, was am besten passt - mit Pinsel kontuieren, schwarze Linien oder doch lieber das etwas sanftere Dunkelbraun - es ist auch nicht anders als beim Augenschminken die Auswahl: Trag ich jetzt schwarzen Flüssigeyeliner, doch lieber braunen oder mag ich es lieber natürlich mit Wimperntusche und sonst nichts?
Schminken und Kunst liegen näher beieinander, als man denken mag.


da Stabilos nicht lichtecht sind, mag ich sie jetzt nicht so gerne wie meine üblichen Verdächtigen. Der Faber Castell ist neu im Bunde, die Copic Multiliner und den uni-ball eye in fein (kaufe ich von Faber Castell bei Marktkauf, der ist dokumentenich und hält im Vergleich zu Stabilos ewig und drei Tage), die ich immer wieder seit 2003 kaufe, als ich meinen kaligraphisch anmutenden Zeichenstil irgendwie entwickelte.

Hier ein Bild von 2004, dass ich letztes Wochenende (also 2015) vollendet habe. So viel anders sieht es auch nicht aus, oder? Ich hatte schon immer eine schwäche für Muster und starke Linien. Zenndoodletangeln (oder wie das heißt) ist total mein Ding. Das ist meditativ ... hach! Alles wurde mit dem uni-ball gemalt.


Hier einmal zum Vergleich - der Copic Multiliner in 0,05 mm, in 0,3 mm, daneben der uni-ball (0,5 mm) und dann der Faber-Castell (doch eine 0,3 mm) - alles Strichstärken, mit denen ich arbeiten kann.


Meine Pinselchen - natürlich essiensziell. Der Shit des Malens quasi. Trotz Wasserpinseln habe ich natürlich weiterhin auch traditionelle Aquarellabsichten. Und ich habe es diesen Sommer im Kunstkurs besprochen: Man braucht keine superteuren Aquarellpinsel, das 3-Euro-Set von Tiger reicht erst einmal für den Anfang vollkommen und ist auch nicht besser als meine Synthetikpinsel zum 5fachen Preis von Wiederholdt, dem einzigen Kunstbedarf in Göttingen, wo die Verkäufer kompetent beraten können ... bei Karstadt ist das leider nicht der Fall und einen Idee oder Ähnliches gibt es nicht in Göttingen. Zwar sind der Drachenladen und Rabenladen kleine Geheimtipps der Bastelwütigen am Theater, aber dort und auch bei Deko-Graf gibt es eher was zu Basteln und weniger etwas zum Malen.

Also, Göttinger Mädels und Jungs: Holt euch anfangs einfach Aquarellblock und Pinsel bei Tiger und notfalls tut's auch die Aquarellfarbe von Tedi für den Anfang - ich hab damit auch größtenteils Serenity coloriert und behaupte mal, dass sie nicht nach 1-Euro-Shop aussieht. serenity gefällt mir ehrlich gesagt sogar etwas besser als Jeanne.


Nun zu dem Problem und meiner Neuanschaffung, einen 0er-Synthetikpinsel von Lukas, gekauft ausnahmsweise bei Karstadt. Daneben seht ihr den 2erpinsel vom Tiger-Set (VIEL zu dick für Konturen!)  und einen älteren 2er-Rotmarder-Pinsel von Wiederholdt, der glaub ich eigentlich einem Kumpel gehört ...
(den brauchst du doch eh nicht im Moment, oder? Gnihihihihi ... Ja, ja, ich gebe ihn dir dann demnächst zurück, für den unwahrscheinlichen Fall, dass du mal wieder malst)
Mit diesem habe ich die Konturen mehr schlecht als recht bei Serenity gemalt. Da ich einen Lukas Synthetik-0er-Pinsel (aus dem Kunstbedarf!) für Flüssigeyeliner verwende, kann er bei Aquarell ja auch funktionieren ...


Bei Wiederholdt, wo ich die Pentel Water Brushes gekauft habe, gab man mir den Tipp, dass mir Skizzen mit Aquarellstiften gegebenenfalls sogar noch besser gefallen als wasservermalbare Bleistifte. Da ich nach all den Umzügen meine Aquarellstifte tatsächlich komplett verlegt habe, habe ich kurzerhand einen brauen gekauft und mich schon gleich in die erste Testskizze auf der Rückseite meines neuen Aquarellblocks verliebt. 
Fazit: 
Ich brauche mehr von den Stiften. 

Und traue mich dann mal tatsächlich an Aquarellstiftgemaltes. 
Auch wieder eine Premiere für mich. Aber ich habe keine Angst vor Neuem oder mal etwas komplett in den Sand zu setzen oder eben nicht superperfekt zu machen. Vieles in unserem Leben an grenzen bestimmen wir doch selbst. In meiner Jugend war ich z. B. superschüchtern und hatte keine gute Meinung von mir. Aber mit einer positiven Einstellung zu mir und dem, was ich an Fähigkeiten mitbringe, bin ich auch charakterlich ganz anders als vor 10 Jahren.
Ego kommt und geht, aber mein Zeichenstil besteht weiterhin. Hihi, ein Binnenreim!


Und zudem muss ich zugeben, dass ich diese Stifte bersser finde als meine alten Faber Castells von 2003, die ich zur Konfirmation bekam. Vielleicht kaufe ich noch mehr davon. ein helleres Braun wäre schön und vielleicht war zum Haut malen. Ich liebäugel tatsächlich auch mit diesen Mangazeichensets, die es schon seit einigen Jahren gibt.


Nach dem ganzen nonverbalen, schriftlichen Schreibflussgelaber bekommt dieser Blogpost nun zum Ende den Charme einer dahingeklatschten Guckt-mal-was-ich-allet-gekauft-hab-2Tüten-voll-DM-Primark-Douglas-Hauls, oder?
Hier sind meine Schätzchen, die Wasserpinsel von Pentel. Ich habe nur Jeanne und ein Coraline Bild mit ihnen gemalt. Nur Hintergründe finde ich deutlich besser mit traditionellen Pinsel. Das gebe ich offen zu - aber alles im Vordergrund klappt klasse mit dem feinen und normal breiten Pinsel.
Und sie funktionieren einfach: 
In den Tank kommt Wasser, zuschrauben, sobald man malt, kommt - Gravitation sei Dank - kontinuierlich etwas Wasser in die Nylonspitze. Und drückt man etwas mehr auf, kommt mehr Wasser. Simpel und doch genial, um Aquarell auch unterwegs zu malen.


Dann habe ich noch bei einer Reklamation dieses nicht ganz vollständige Set als Entschädigung bekommen, weil die Aquarellfarben, die nichts taugten, ohnehin aus dem Sortiment gingen. Eine nette Geste. Diese  Farben haben eine tolle Konsistenz - fast wie ein Lippenstift! Ich werde sie wohl für Aquarellhintergründe nutzen oder wie die Aquarellkreiden mit dem Wassepinsel zu Farbe auf Bildern verarbeiten.


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