Streep vs Trump - über die Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung

Das so jemand Präsident der USA wird, der sich erst über einen Menschen mit Behinderung lustig macht und dann auch noch rumheult auf Twitter, wenn eine Schauspielerin öffentlich sagt, dass das, was er da macht als Präsident nicht geil ist .... wie soll man das finden? 
Ich kenne Grundschüler, die da argumentativ mehr drauf ... und intellektuell.

Aber stimmt, wir sind hier nicht bei Facebook und ich schreie nicht LÜGENPRESSE, daher fange ich von vorne an.

Trump hat sich in einer Rede über einen behinderten Reporter lustig gemacht, indem er ihn nachäffte. In ihrer Dankesrede hat Meryl Streep  bei den Golden Globes gesagt: Wenn unser zukünftiger Staatschef so respektlos ist gegenüber Menschen mit Behinderung, Frauen, Homosexuellen etc., dann verleitet es dazu, dass auch gesellschaftlich es als normal erachtet wird, dass Ausgrenzung, Diskriminierung und Respektlosigkeit legitim sind.

Und was sagt Trump dazu?
Er schreibt auf Twitter, dass Frau Streep "ihn angegriffen hat" und "eine ..." ist.
Sehr erwachsen, ungefähr so erwachsen wie ein Kleinkind, das das Kind mit der schöneren Sandburg mit seiner Schaufel abwirft und die Sandburg kaputt trampelt.

Und das, ob noch nicht mal in der Rede sein Name genannt wurde - trotzdem schießt er gleich zurück, total reaktionär, das Gegenteil von reflektierten Verhalten. Hat dieser Mensch eigentlich PR Berater oder trifft auf ihn eher "Besoffen bei Facebook" zu. Versteht mich nicht falsch, ich habe diese Satire von Jan Böhmermann und dem Neo Magazine Royale auch sehr gefeiert, aber ein Til Schweiger ist eben was Anderes als der amerikanische Präsident. Und der amerikanische Präsident verhält sich wie im Sandkasten ...

Nur geht es hier nicht um Sandkastenstreitereien. Es geht um Diskriminierung. Und das ist ein wichtiges Thema, auch hierzulande und in Deutschland hat Inklusion und der Umgang mit Behinderung seine ganz eigene Geschichte.

Ich weiß, das Thema Nazi-Zeit ist ausgelutscht und auch hier nicht zu umgehen: Dadurch, dass es Konzentrationslager und Euthanasie in den 30ern und 40ern bis zum Ende des 2. Weltkrieges gab, wurde eine ganze Generation von Menschen mit Behinderung ausgelöscht.
Und danach? Da wurden die Sonderschulen eingerichtet, die Menschen mit Behinderung selektiert. Das kann man positiv aber auch negativ sehen, von Fall zu Fall.

Einige Städte haben gute Möglichkeiten für ein selbstständiges Leben mit Behinderung wie Hannover, wo eigentlich nur der Stadtteil Linden etwas schwerer mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist und einige Bahnen eben nur eine Tür haben, wo man mit E-Rolli rein kann. Das ist allerdings schon sehr gut im Vergleich zu Berlin oder Hamburg, wobei in Hamburg gerade einiges verändert wird im Bereich Barrierefreiheit.

Behinderung ist auch so ein blöder Begriff. Menschen sind nicht behindert. Die Umwelt behindert diese Menschen, da sie z. B. nicht gut sehen, gar nicht sehen, nicht hören können, auf einen Rollstuhl angewiesen sind etc. - Vielleicht muss man einfach in der heutigen Zeit diese Sichtweise einnehmen.

Was also tun?
Wie kann man Menschen aller Art, egal, ob behindert, homosexuell, welche Hautfarbe oder Religion, diskriminierungsfrei und vorurteilsfrei in unsere Gesellschaft eingliedern?

Ich antworte ein bisschen mit Kant und seinem Kategorischen Imperativ, aber so, dass es auch ein Kind im Sandkasten versteht: 
Was du nicht willst, was ich dir tu, das füg auch keinem Anderen zu.
Ich werde also nicht Trump nachäffen - da gibt es ja auch schon genug Satiriker und Pokemon Sonne und Mond für.

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