Ich bin vegan: Warum viele andere Veganer mich nerven!

11:24
Facebook ist eine Schlangengrube ... meist mache ich deshalb einen weiten Bogen um dieses assoziale Netzwerk.

So fragt zum Beispiel kürzlich ein Nicht-Veganer in einer Facebookgruppe zum Thema vegan nach Austausch, fragt, ob er in der Gruppe willkommen sei und bekommt folgende Kommentare zu hören.

Ich möchte mich dagegen aussprechen, Leute die Tiere essen sind meiner Meinung nach keine guten Menschen
Ich persönlich Frage mich da:

Warum bilden sich viele Veganer ein, sie seien die Allergeilsten und alle anderen Menschen, die nicht ihrem Weltbild entsprechen, Menschen zweiter Klasse?

Ich halte absolut nichts von Missionieren und Fanatismus aller Art - ich bin so realistisch, zu wissen, dass die ganze Welt nicht über nacht vegan wird und mir sind Themen wie Essenverschwendung persönlich wichtiger - schon ein bewusstes omnivores Ernährungsverhalten mit weniger Fleischkonsum kann etwas ändern - aber ich spreche hier nur für mich, ich weiß leider, dass es durchaus fanatischere Veganer gibt, die anscheinend sich für etwas Besseres halten, weil sie vegan leben ... ich glaube nicht, dass vegan leben einen Menschen zu einem besseren Menschen macht.

Wenn ich dann Kommentare wie diesen lese, kriege ich echt nur das Kotzen:

Wer in eine vegane Gruppe kommt wird sicher kein Schulterklopfen für unveganes Verhalten bekommen. Das gibts woanders. Aber Hilfe für die vegane Weiterentwicklung. Da sind die meisten sehr Hilfsbereit.

Und ja, natürlich hat mich dieser User auch gleich angeplärrt, mich würde wohl das Leid der Tiere nichts kümmern - tja, davon, dass ich mich vegan ernähre, werden auch nicht wieder 60 Millionen Schweine pro Jahr in Deutschland lebendig.

Nun stellt ihr euch sicher die Frage: Was ist für mich ein fanatischer Veganer?
Dass er Menschen, die nicht vegan sind, als Menschen zweiter Klasse sieht. siehe den Kommentar von Benjamin.
Bestes Beispiel: Hitler war Vegetarier. War trotzdem kein guter Mensch, wie glaube ich jeder von uns weiß.

Des Weiteren ist auch dieser Kommentar wieder extrem bedenklich. ich halte absolut nichts davon, andere Menschen zu verurteilen - sei es nun wegen anderer Hautfarbe, Religion oder anderen Essverhalten. Intoleranz bleibt Intoleranz - egal, ob man intolerant gegenüber anderen Religionen, anderen Lebensentwürfen oder anderen Ernährungsweisen ist.
Sowohl dieser als auch viele andere Kommentare sehr intolerant gegenüber Omnivoren ist. Durch so ein aggressives Verhalten wird sicherlich nicht Menschen für die vegane Idee gewinnen. Auch Peter Singer ist dieser Ansicht, dass dies eine langsame Entwicklung ist. Und da ich seit 2003 so lebe, habe ich auch eine Entwicklung miterlebt, dass die Akzeptanz und auch die Zahl der Veganer gestiegen ist, nicht nur durch den "Trend" vegan.

Und was ist nun mit dem Leid der Tiere?

Kennt ihr den Tierethiker Peter Singer  und seine Standpunkte? Falls nicht und euch interessiert das Thema Vegan und Tierleid, dann rate ich euch ehrlich, das nachzuholen - und sei es nur per Wikipedia und Google 
Massentierhaltungsbetriebe werden nicht über Nacht verschwinden, nur weil ich mich vegan ernährst. Und erst recht nicht, wenn ich andere moralisch verurteile, statt mit ihnen in einen konstruktiven Dialog zu treten.
Das Argument des Ächtens von "unveganen" Verhalten ist daher ziemlich flach und eben fanatisch. Ich weiß nicht, ob so viel Idealismus diesen Menschen gut tut, aber es scheint eh, als könne man keinen konstruktiven Dialog mit dieser Art von Facebook Usern führen, wie sich schon bei dem Skandal rund um den Zoo Hannover zeigte. 

Ich bin ähnlicher Meinung wie Peter Singers aktuellen Standpunkt und seine Meinung zu Hausbesuchen und ähnlich radikalen Aktionen von Tierschützern - Tierrechte entstehen nicht von heute auf morgen, es ist eine Entwicklung, die Jahre, Jahrzehnte dauert.
Und es schade, dass es zahlreiche laute Stimmen im Internet gibt, die verblendet für ein objektives Bild zu diesem Thema, losgelöst von deinen emotionalen Unbehagen. Ich kenne diese Menschen natürlich nicht persönlich, aber als langjährige Veganerin kann ich dir persönlich jedem - egal, ob Omnivore, Vegetarier oder Veganer -  empfehlen, toleranter im Umgang mit anderen Menschen zu sein, denn man erntet, was man sät. Und ich persönlich habe immer wieder durch einen Dialog auf Augenhöhe mit Omnivoren die Erfahrung gemacht, weitaus mehr bewegen zu können als damit, ihnen Vorwürfe zu machen, dass sie schlechtere Menschen sind oder sich schlechter ernähren.

Quelle: Gratisography

1 Kommentar:

  1. Ich bin immer der Meinung, "Leben und Leben lassen!"
    Natürlich gibt es in super vielen Bereichen durchaus das Recht, zu sagen dass man viel weniger Fleisch und andere Tierprodukte zu sich nehmen sollte. Der Preis und die Herstellung sollte auch bei vielen Produkten überdacht werden, aber anderen einen Lebensstil aufzwingen hat bisher noch nie so richtig geholfen. <3

    Finde es richtig interessant wie du an dieses Thema heran gegangen bist!
    Alles Liebe,
    Lara

    www.lara-ira.de

    AntwortenLöschen

Powered by Blogger.