10 Gründe, warum ich weniger Beautycontent blogge

Vielleicht haben es einige schon bei Instagram gesehen, vielleicht haben es Andere aber auch noch nicht mitbekommen. Ich habe mich unbenannt. Bettinaviolabarth ist der Account, mit dem ich jetzt täglich poste, aufgerouget gibt es noch - allerdings eher, damit kein anderer Mensch diesen Namen nutzt. 

#1 ich bin heute eine Andere

Das ich mich umbenannt habe, stieß nicht nur auf Wohlwollen. Meine Community auf Instagram war von vorne rein eher  so 50:50 für und gegen die Umbenennung. Aber letztendlich war mein eigenes Gefühl das Zünglein an der Wage. Die IHanakoI Zeit von 2003 bis 2013, das waren eben meine ersten Babysteps im Internet über Uboot, Animexx und Deviantart bishin eben zum ersten Beautyblog Blumen im Nirgendwo Und Youtube. Youtube mit 19 Jahren im Jahre 2009 war eine andere Welt, damals waren wir Mädels eine kleine Community. Ich will nicht wehmütig sein oder so, keine Sorge, aber es war damals ziemlich spannend, wer da alles zusammenkam und sich über Beauty austauschte. Aber in Youtubejahren sind da schon einige Generationen vergangen.

#2 Ich jage keine limitierten Produkte mehr

Für mich ist heute eine andere Zeit als damals. Damals mit 19 Jahren war ich noch durchaus konsumorientierter, bin LEs hinterher gejagt, als wäre es ein Sport und Schminke und die große Auswahl an Drogeriemärkten, das war für mich neu. Ja, damals hatten wir in Cuxhaven nur einen kleinen Rossmann in der Innenstadt, einen Schlecker, den niemand ernsthaft betrat und einen IhrPlatz im Industriegebiet, den man ohne Auto kaum erreichen konnte. Aber spätestens nach 2, 3 Jahren hat man keine Lust mehr, ständig neues Zeug zu kaufen. Und aktuell habe ich eher das Gefühl, ich möchte aussortieren, obwohl ich ab und an auch noch mal andere Leute schminke. Selbst, wenn ich aussortiere, werde ich immer noch zu viel haben. Aber was brauche ich 20 Lidchattenpaletten, wenn ich davon für mich selbst maximal 3 aktuell nutze?

Aufgerouget war dann quasi Phase 2.0 - ich war gerade noch in einer schwierigen Phase und die Welt um mich hat sich in der Zeit ab 2014 noch einmal komplett um 180 Grad gedreht.

#3 Beautybloggerdasein ist gegen mein heutiges Konsumverhalten

Heute zählen für mich andere Dinge und da mein Ehemann ein Minimalist ist, ist auch für mich die Umstellung hin zu weniger Müll wichtig. In der Welt der Kosmetik schon ein Drahtseilakt. Das meiste ist eben in Plastik verpackt, wer komplett auf Plastik verzichten will, der sollte auch mehr oder weniger der Schminke goodbye sagen oder sich darauf einstellen, auf sehr altmodische Art und Weise an seine Schminke zu kommen. Vielleicht wird ja plastikfreie dekorative Kosmetik demnächst geben? Es bleibt nur zu hoffen? Shampoo in fester Form kommt ja auch immer mehr im Mainstream an. Solange kann ich so viel tun und Dinge eben nicht kaufen, die sonst irgendwo verstauben.

#4 Kein Mensch braucht so viel Zeug

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich will bewusst keine Beautyboxen mehr. Ganz am Anfang hatte ich mal eine Box von Dm oder Rossmann und das meiste, habe ich verschenkt. GLOW Goodies? Einige behalten, das meiste verschenkt oder verlost. Ich habe keine Lust, das Sachen umkippen oder rumliegen und verstauben. Das ist eine unglaubliche Verschwendung und schade. Also mal ganz abgesehen vom Müll, der dadurch entsteht. Daher will ich lieber wenig haben und nutzen und dann auch mal in coole Sachen investieren, statt mir jeden Schrott zu kaufen. Es gibt da ja creepy Modelle. Eine Freundin von mir berichtete von einer Youtuberin, die Disneykitsch Hauls mit guten Einschaltquoten machte, nur, um das dann wieder direkt zu verkaufen ... so etwas finde ich sehr, sehr schwierig. Was zeigt das jungen Zuschauern? Kaufen um des Kaufenswillen? Nur, weil etwas schön ist, muss ich es nicht umbedingt haben. Netflix sei Dank gibt es inzwischen Marie Kondo und ich möchte heute auch noch ein bisschen aussortieren beginnen.

#5 Ich will nicht nur ein hübsches Ding sein

Ist dieser Grund für alle nachvollziehbar? Es gab da so einige Menschen, die lesen aufgerouget oder die Bezeichnung Beautyblogger und stöhnen und geben offen das Feedback: "Sag doch bitte was Anderes." Beauty in Deutschland, das ist so ein Begriff, da denkt man an Bibi und Dagi und gängige Klischees. Und ich stehe natürlich darüber, aber oft hatte ich Situationen, in denen man mich für ziemlich dumm hielt. Und das nervt mich. Ich will nicht nur schön oder dick oder modeinteressiert sein, ich bin auch ziemlich buchschlau und praxiserfahren, hab gekellnert und am Theater gearbeitet, Nachhilfe gegeben und Erfahrung im Bereich Pflege gesammelt. Ich kann stundenlang über Literaturwissenschaft reden, weil ich alle Literaturwissenschaftsvorlesungen von Prof. Dr. Detering damals besucht habe und Theater liebe. Aber das alles sieht man eben nur, wenn man mal die Zeilen unter den vielen hübschen Bildern bei Instagram liest.
Eine Sache, die mich auch extrem bei Instagram nervt und mich sicherlich auch Followerwachstum kostet, weil ich rigoros blockiere und Nachrichtenanfragen lösche, ist das Problem mit den Kerlen, die einen reihenweise anschreiben.

#6 Männer haben Angst vor mir

Traurig, aber wahr. Ich habe gestern erst mit Jona darüber geredet, aber es ist wirklich so und nicht nur mein Eindruck. Mir ist es wirklich des Öfteren in meiner langen Social Media Laufbahn passiert, dass männliche Mitmenschen, manchmal auch weibliche, aber viel öfter Herren der Schöpfung, mich erst nicht ernst nahmen und dann beleidigt waren. Beleidigt, weil ich intellektueller war als sie dachten und es ist schwierig zu beschreiben, aber viele Menschen mögen das nicht. Sie machen dann meist so passiv-aggressiven Mist, machen mich hinter meinem Rücken bei Anderen schlecht, schließen mich aus und all der ganze Kindergartenkram. Inzwischen habe ich keine Lust mehr, überhaupt mich damit auseinander zu setzen. Das raubt nur Kraft. Die kann ich andernorts verwenden.

#7 Ich mag Makeup, aber ich bin kein Berufsmakeupartist

Mich haben im Laufe der Jahre viele gefragt, ob ich nicht vielleicht doch Vollzeit Schminken möchte und ich kenne einige, die dies auch tun. Und meine Antwort ist klar nein. Ab und an mag ich das, aber auf Dauer mag ich eben Arbeiten wie am Theater oder bei Unternehmen, die abwechslungsreich sind.

#8 Bodypositivity ist mir inzwischen wichtiger
Leider gilt noch immer dieses alberne Klischee, man wäre total ohne Selbstbewusstsein und müsse sich deswegen eine Maske schminken. Manchmal mag das bei Einzelfällen wahr sein, aber makeup ist so viel mehr.  Allgemein sitze ich da in einer gedanklichen Zwickmühle. 
Ich persönlich sehe Makeup als Verwandlung und es ist ein bisschen wie Skizzen malen, eben nur im eigenen Gesicht. Es entspannt mich und tagsüber bin ich weder die ganze Zeit am Selfies knipsen noch am Ausrasten, wenn ich ungeschminkt bin. Mein Verhalten ist relativ ähnlich. Tatsächlich nehmen mich aber meine Mitmenschen anders wahr und ungeschminkt bin ich unsichtbarer, während ich geschminkt auch manchmal sehr unhöflich behandelt werde. Keine Ahnung, warum. Habt ihr vielleicht Vermutungen?
Und genau das möchte ich mit meinem Content auch heutzutage transportieren. Du musst gar nichts. Und wenn du keine Lust hast, dich zu schminken, dann lass es.

#9 Finanziell Prioritäten setzen

reisen und schöne Kleidung in meiner Größe sind zwei Geldfresser und da kostet Beauty auch viel. Das kann ich mir dann auch sparen. Damit ist auch schon alles gesagt, oder?

#10 Inzwischen gibt es so viele von uns

Einfach nur Beautyblogger sein reicht auch nicht mehr wie im Jahre 2009. Es gibt Tausende und so viele Möglichkeiten - da muss man sich eine Nische suchen.




1 Kommentar:

  1. Es haben sich schon einige Blogger umbenannt. Minimalismus finde ich persönlich langweilig, es ist aber besser für die CO2-Bilanz als ständig neue Kosmetik zu kaufen und sämtlichen LE's hinterher zu jagen.
    Liebe Grüße
    Nancy ☺️

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