Vegan sein nervt ... manchmal zumindest

Da ich seit 2003 fleischfrei lebe, wurde ich das ein oder andere mal natürlich schon verbal angegriffen, auch verprügelt ... keine Sorge, ich weiß mich zu wehren. Als angehende Lehrerin sollte man sich selbst verteidigen können, das habe ich von meinem Opa gelernt.

Die meisten Anfeindungen kommen dadurch einfach zustande, das viele Menschen, die mich nicht wirklich kennen, sich allein von der Tatsache angegriffen fühlen und mir gegenüber feindselig werden, sobald ich sage, dass ich eben kein Fleisch esse. Vor zwei oder drei Wochen war es wieder soweit: Es hieß "Warum isst du denn keinen Honig?" Und ehrlich? Es nervt, immer und immer wieder dasselbe zu erklären, schon über die Hälfte meines Lebens. Ich frage ja auch nicht andere Leute: "Sag mal, Jona, warum bitte magst du keine Oliven?" Irgendwie ist es doch respektlos - finde ich zumindest.

Aber auf der anderen Seite kann ich leider auch gut nachvollziehen, dass die allgemeine Meinung sehr klischeebehaftet ist. Ich meine, es gibt unterschiedliche Menschen und somit auch unterschiedliche Veganer mit verschiedenen Meinungen und Ansichten. Ich möchte nicht pauschalisieren, sondern schreibe daher nun über einzelne Fälle, analoge Diskussionen sowie Facebookdiskussionen.

Photo by: https://gratisography.com/


Deswegen hier ein paar Dinge, die ich in der veganen Szene etwas schwierig finde:

Photo by Katie Chase on Unsplash


Das Huhn und das Ei 
Viele Veganer rasten beim Thema Eier ziemlich aus .... Aber warum ist Hühner retten für sie auch falsch? Das Lebewesen kann ja nichts dafür, dass es so gezüchtet wurde, dass es täglich ein Ei legt. Ein Mensch mit einem Gendefekt wird ja (zum Glück!) auch nicht gesagt: "Nee, du darfst nicht leben, weil du nicht funktionierst wie alle anderen." Da Frage ich mich ehrlich, was das soll. Ein Lebewesen darf also nicht leben, weil es als Nutztier gezüchtet wurde? Ich kenne nur eine philosophische Tierethikerin, die so radikal ist und sagt, dass man alle Nutztiere sterben lassen sollte, da sie Selbstständigkeit verlernt hätten. 

Photo by Simon Matzinger on Unsplash


Vegan weltweit?
Kürzlich hat ein Bekannter von mir längere Zeit in Sibirien gebracht und zugegeben, dass er dort, wo er mit Selbstversorgern zusammengelebt hat, nicht durchgehalten hat, vegan oder vegetarisch zu leben - nicht, weil er sich Mc Donalds Essen reingezogen hat, sondern, weil sie versucht haben, ohne Supermarkt auszukommen.
Dafür erntete er natürlich gleich einen Shitstorm, eine Freundin hat ihm sogar ganz die Freundschaft gekündigt.
Ich glaube, etwas, was viele Veganer übersehen, ist, dass nicht jeder Ort der Welt für vegane Ernährung geschaffen ist. Genauso wie nicht jeder Körper rein pflanzliche Kost verträgt.  Ich glaube auch, dass ich nicht 100% vegan lebe, irgendwo ist sicher Mal was Tierisches drin in verarbeiteten Produkte. 

Photo by Quino Al on Unsplash


Du gehörst nicht dazu ...?
Warum legen viele Veganer fest, dass das und das zum vegan leben dazu gehört? In der veganen Szene gibt es - warum auch immer - viele Impfgegner, die mit teils schrägen Verschwörungstheorien daherkommen. Da schaudern es mir richtig.... dabei gibt es unter den Tierethik keinen, der medizinische Versorgung ablehnt - nach Peter Singer z. B. Utilitaristisch begründet 



Pelz und Kunstpelz
jeden Winter wieder .... Wenn dann unverblümt geschrieben wird, dass jeder mit Kunstpelz oder Pelz mit Farbbeuteln beworfen wird .... Denke ich auch so wtf - warum andere Menschen verletzen oder Sachbeschädigung? Finde ich genauso schlecht wie Hausbesuche.

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