Gefangen in der Instagramblase

Irgendwie ist es ein seltsamer Kreis, wenn man es sich vor Augen führt. Ich kenne so einige Menschen, mehr als eine Handvoll aus meinem privaten Umfeld, offline und analog. Die leiden oder litten Jahre lang unter Depressionen, Selbstverletzung, Essstörungen. Und ein wichtiger Einfluss ist bei ihnen, das gebe sie offen zu, dass sie Social Media sehen und sich vergleichen. Eine Szene zum Thema Recovery von eben diesen Krankheiten gibt es auch, aber sie ist eben nur eine kleine Nische, ein Blase, die ähnlich wie ASMR nicht jedem zugänglich ist.
Die breite Masse sieht die perfekte rosa Instagramwelt und viele schreiben auch offen, dass sie auf Instagram nichts Negatives sehen wollen, weil Instagram eben nicht die Realität ist und schön sein soll.

Aber wie schön und wie richtig ist Instagram, wenn stundenlang inszenierte und retuschierte Bilder die einen glücklich und die anderen unglücklich machen?
Sind wir das Problem, unsere Einstellung, sind die Bilder und deren Urheber Schuld, weil sie diesen  Einfluss auf uns nehmen?

Instagram scheint im Mainstream eher eine Art seichter Rosamunde Pilcher Film am Sonntagabend im ZDF zu sein. Es gibt glückliche Pärchen, es gibt traumschiffmäßige tolle Landschaften ("Ich gucke das doch nur wegen den Landschaften ... ist klar.), es gibt Traumkörper, süße, glückliche Babies mit einem Lächeln, keine stinkenden Windeln, Regentage oder die Müllberge von Amsterdam und den Geruch von Urin und Erbrochenen nahe des Dams im Red Light District. Was sagt das über uns, über die Welt?


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